Pflege älterer Hunde: Praktische Tipps für ein glückliches Hundeleben im Alter

Wir Hundeliebhaber sind uns sicherlich in einem Punkt einig – das Leben unserer vierbeinigen Freunde ist im Vergleich zu unserem eigenen viel zu kurz. Umso mehr sollten wir uns bemühen, jeden Augenblick mit ihnen in vollen Zügen zu genießen. Wenn Sie einen älteren Hund zu Hause haben, lohnt es sich, der Pflege seiner Gesundheit und seines Wohlbefindens besondere Aufmerksamkeit zu widmen, damit er auch im Alter ein glückliches Leben ohne unnötige Schmerzen genießen kann. Die richtige Pflege kann nämlich die Zeichen des Alterns verlangsamen, Beschwerden lindern und die gemeinsamen Momente verlängern. Wie geht das? Wir geben Ihnen einige praktische Tipps, die helfen, Körper und Geist Ihres Hundes in guter Verfassung zu halten – ohne unnötigen Aufwand und unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse jedes älteren Hundes.

Ab wann gilt ein Hund als Senior?

Es ist nicht ganz einfach, das genaue Alter zu bestimmen, ab dem ein Hund als Senior gilt. Im Allgemeinen wird als Richtwert etwa das siebte bis achte Lebensjahr angegeben, doch in Wirklichkeit hängt es vor allem von der Größe und der Rasse des Hundes ab. Denn größere Hunde altern in der Regel schneller als ihre kleineren Artgenossen. Während bei kleinen Rassen die ersten Anzeichen des Alters etwa im achten Lebensjahr auftreten, kann der „Ruhestand“ bei Riesenrassen durchaus schon im fünften Lebensjahr beginnen. Dabei spielen auch genetische Veranlagungen, die Qualität der Ernährung sowie das Umfeld, in dem der Hund lebt, eine wichtige Rolle.

Ernährung als Grundlage für ein gesundes Alter

Mit zunehmendem Alter verlangsamt sich bei Hunden der Stoffwechsel, und oft treten auch eine empfindlichere Verdauung oder eine geringere Bewegungslust auf. Regelmäßiges Wiegen und die Beobachtung der Kondition geben Ihnen Aufschluss darüber, ob eine Anpassung des Ernährungsplans erforderlich ist. Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen in der Futterration. Obwohl hochwertiges Fleisch den Hauptbestandteil des Futters bilden sollte, empfehlen wir, auch geeignetes Gemüse und Obst, das reich an Polyphenolen ist, in den Speiseplan aufzunehmen. Diese helfen, den Alterungsprozess des Organismus zu verlangsamen und das Risiko chronischer Entzündungen sowie von Krebserkrankungen zu senken. Wenn Sie gekochte oder rohe Nahrung füttern, kann eine Erhöhung des Gemüseanteils zudem ein wirksames Mittel sein, um Ihren Hund satt zu machen und unerwünschte Gewichtszunahme zu verhindern.

Mit zunehmendem Alter treten auch häufiger Probleme mit dem Bewegungsapparat auf. Wenn Sie bei Ihrem Hund eine Verschlechterung der Bewegungsfähigkeit oder Schmerzen feststellen, sollten Sie nicht nur eine Untersuchung durch einen Tierarzt-Spezialisten in Betracht ziehen, sondern auch regelmäßige Behandlungen durch einen Hundephysiotherapeuten, die eine deutliche Linderung bewirken können. Auch die Gabe von Gelenknahrung und geeigneten Ölen mit Omega-3-Fettsäuren kann helfen. Leidet Ihr Hund an einer chronischen Erkrankung, empfehlen wir, alle Ernährungsumstellungen stets mit dem behandelnden Tierarzt abzustimmen.

 

Aktives Alter und Pflege des Bewegungsapparats

Denken Sie daran, dass Ihr Hund kein junger Hund mehr ist, und passen Sie die Spaziergänge stets seiner aktuellen Kondition an. Anstelle eines einzigen langen Ausflugs ist es besser, häufigere, aber kürzere Spaziergänge einzubauen, die die Gelenke schonen und gleichzeitig regelmäßige Bewegung fördern.

Vermeiden Sie plötzliche Sprünge ins Auto, auf das Sofa oder aus der Höhe, die einen älteren Hund unnötig belasten können. Wichtig ist eine natürliche, fließende Bewegung ohne übermäßige Belastung, einschließlich der Einschränkung von langem und intensivem Apportieren. Vor und nach der Aktivität können sanfte Dehnübungen helfen.

Zu Hause sollte der Hund immer einen bequemen und ruhigen Schlafplatz haben. Eine geeignete Wahl ist ein orthopädisches Hundebett, das den Druck auf die Gelenke gleichmäßig verteilt und die Regeneration während der Ruhephase fördert. In den kälteren Monaten kann ein älterer Hund auch ein funktionelles Kleidungsstück zu schätzen wissen, das dabei hilft, Muskeln und Gelenke warm zu halten. Wenn Sie zu Hause rutschige Böden haben, sollten Sie rutschfeste Matten oder Teppiche in Betracht ziehen, die das Risiko des Ausrutschens verringern. Bei eingeschränkter Mobilität haben sich auch spezielle Rampen und Trittstufen bewährt, die den Einstieg ins Auto oder den Zugang zu beliebten Ruheplätzen erleichtern. Teil der umfassenden Betreuung des Bewegungsapparats eines älteren Hundes kann auch die bereits erwähnte Physiotherapie sein.

Für einen wachen Hundekopf

Auch ein älterer Hund braucht ausreichend geistige Anregung, um geistig fit und zufrieden zu bleiben. Geistige Aktivität ist nämlich eng mit der körperlichen verbunden – wenn der Hund geistig nachlässt, spiegelt sich dies oft auch in seinem allgemeinen Gesundheitszustand wider. Deshalb lohnt es sich, nicht nur dem Körper, sondern auch dem „Kopf“ Aufmerksamkeit zu schenken.

Einfache Schnüffelspiele eignen sich hervorragend, da sie den Hund auf natürliche Weise beschäftigen, ohne ihn durch übermäßige körperliche Belastung zu ermüden. Das Erlernen neuer Kommandos oder das Wiederholen bekannter Kommandos kann in einem langsameren Tempo erfolgen, wobei der Schwerpunkt auf positiver Motivation und einer ruhigen Umgebung liegt. Es wird Sie vielleicht überraschen, dass auch ein älterer Hund noch Neues lernen kann – wenn auch in einem anderen Tempo als früher. Eignen sich auch verschiedene interaktive Spielzeuge, die das Nachdenken und die Entspannung fördern. Manche Hunde schätzen kleine Abwechslungen in der Routine, zum Beispiel eine gelegentliche Änderung der Spazierroute, die neue Reize bietet und ihr Interesse an der Umwelt aufrechterhält.

Tierärztliche Versorgung

Bei älteren Hunden treten häufiger Beschwerden wie Zahnstein, Inkontinenz oder eine allmähliche Verschlechterung des Seh- und Hörvermögens auf. Es ist wichtig, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt nicht zu unterschätzen, idealerweise mindestens einmal alle sechs Monate. Selbst ein Hund, der auf den ersten Blick gesund erscheint, kann beginnende Probleme haben, die ohne eine fachkundige Untersuchung nicht erkennbar sind. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und gegebenenfalls Blutuntersuchungen helfen dabei, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und wirksam zu behandeln.

Die Zahnpflege Ihres Hundes spielt für seinen allgemeinen Gesundheitszustand eine größere Rolle, als man vermuten würde. Zahnstein und Zahnfleischerkrankungen können für den Hund sehr schmerzhaft sein und die Nahrungsaufnahme sowie die allgemeine Verfassung beeinträchtigen und zu weiteren gesundheitlichen Komplikationen führen. Falls Sie die Zahnpflege bisher vernachlässigt haben, empfiehlt es sich, zunächst einen Tierarzt aufzusuchen und gegebenenfalls eine professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen. Die anschließende Pflege zu Hause besteht dann in der Auswahl geeigneter Nahrung, Zahnpflege-Leckerlis und regelmäßiger Zahnreinigung.